Angehörige von Borderline-Patienten sind oft überfordert. Entweder sie vernachlässigen ihre eigenen Bedürfnisse, um den Erkrankten glücklich zu machen oder sie reagieren mit Ablehnung und Unverständnis. Viele sind verunsichert, wenn der Borderliner sich selbst verletzt oder in Wut ausbricht. Doch Konflikte werden weder durch das eine noch durch das andere Verhalten gelöst. Schon gar nicht ändert sich das Verhalten des Borderliners.
Für beide Seiten ist es nicht leicht, mit der Situation umzugehen. „Wichtig ist, dass Eltern und Freunde nicht gegen den Betroffenen arbeiten, sondern mit ihm und das Gespräch suchen“, so Klesse. „Wir bieten immer beiden Seiten Hilfe an. Denn auch die Familien und Partner mussten wahrscheinlich durch leidvolle Momente gehen oder sich mit quälenden Fragen nach der eigenen Schuld auseinandersetzen. Borderline kann therapiert werden, aber nur wenn der Patient es will und auch, wenn er von seinen Angehörigen unterstützt wird.“